Solidarität mit den GegnerINNEn des geplanten Tierversuchslabors in Hannover-Kirchrode

Der Stadtrat Hannover hat am 17.9.2009 dem Bau des Tierversuchslabors durch den Pharma-Konzern Boehringer-Ingelheim zugestimmt und somit die zahlreichen und lauten Protestrufe von GegnerINNEn und KritikerINNEn übergangen. Wir solidarisieren uns mit all denjenigen, die seit Monaten z.B. durch Besetzung des Baugrundstücks gegen den Bau kämpfen!

Hintergründe:
Kritik an Boehringers Tierversuchslabor in Hannover

Boehringers Anlage soll nach Angaben des Betreibers für 1000 Schweine
ausgerichtet sein. Ausbaupläne, nach denen später auch Versuche an
Rindern durchgeführt werden sollen, existieren jedoch bereits. Die
Gefahren, die durch die Viren innerhalb des Labors für Mensch und Natur
entstehen können, sind nicht voraussagbar und somit ein Spiel mit dem
Risiko. Das Tierversuchslabor beschert den betroffenen Tieren ein
gewaltvolles und kurzes Leben, denn sie werden zur Impfstoffforschung
vorsetzlich mit Viren infiziert und nach wenigen Monaten getötet und in
Lauge aufgelöst abtransportiert. Doch nicht nur während der
Versuchsreihen handelt Boehringer nicht zum Wohle der Tiere: die
Impfstoffe werden in der Massentierhaltung benötigt, um diese zu
optimieren, also um immer mehr Tiere auf engem Raum einpferchen zu
können. Boehringer profitiert also von den Nebenwirkungen der grausamen Massentierhaltung, welche katastrophal für die Tiere, die Umwelt, die Menschen des Trikont und vor Ort zum Beispiel für den
Tourismus ist. Das Argument, dass solche Anlagen Arbeitsplätze schaffen würden, kann widerlegt werden, da diese in der Tourismusbranche zu Nichte gemacht werden.

Kritik am Unternehmen Boehringer Ingelheim
Boehringer agiert wie jeder Konzern nach den Prinzipien der
Profitmaximierung. Am Wohl der Menschen und Tiere, für die es
Medikamente herstellt, liegt dem Unternehmen herzlich wenig. Davon
zeugen die Lieferung von Dioxin zur Herstellung des Entlaubungsmittels
„Agent Orange“ während des Vietnamkriegs und die Patentierung von einem Arznei-Wirkstoff, welcher die Behandlung von mit HIV-infizierten Kindern erleichtert. Durch die Patentierung können nun keine günstigeren Generika mehr hergestellt werden. Dadurch hat sich der Preis für die Behandlung für die HIV-infizierten Kinder um ein vierfaches verteuert und so ist es nun vielen Familien nicht mehr möglich, ihren Kindern medizinisch zu helfen.
Da Boehringer wie jedes andere Unternehmen den Regeln des Marktes
unterworfen ist, steht Boehringer in der Kritik der BesetzerInnen auch
nur exemplarisch für ein Wirtschaftssystem, in dem alles – selbst
fühlende Lebewesen – zur Ware gemacht werden, um daraus Profite zu
erwirtschaften.

Weitere Informationen findet ihr auf den Hannoveraner Blogs (Link-Sammlung).

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