Monatsarchiv: Februar 2016

Videoaufnahme des Vortrags zu Tierversuchen

…für alle, die beim Vortrag der Ärzte gegen Tierversuche leider nicht kommen konnten, und sich trotzdem dafür interessieren, ist hier der Link zur Veranstaltungsaufzeichnung.

Hier gehts zum Video.

Viel Spaß damit!

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Impressionen vom Vortrag der Ärzte gegen Tierversuche

Heiko von Studentenleben-os.de hat einen Artikel verfasst, der den Kern des Vortrags von Dr. Eva Kristina Bee von den Ärzten gegen Tierversuche vom 03.02. sehr gut trifft. Den möchten wir euch nicht vorenthalten! Ihr findet ihn außerdem hier:

„Die studentische Tierrechtsinitiative Osnabrück klärte in einer Inforveranstaltung mit Dr. med. Eva Kristina Bee über Sinn und Unsinn auf

Vegetarische Tage in der Mensa, Peta2 auf der Straße und Vegetarier und Veganer um uns herum, die versuchen uns von einer Ernährungsweise ohne Tiere zu überzeugen. Fleischessern, denen das in letzter Zeit schon zuviel wurde und die nun geneigt sind gleich wieder wegzuklicken, denen sei gesagt, dass der Tierschutz auch anderes beinhaltet und es in diesem Artikel nicht auf die Ernährung ankommt.

Um Tierversuche in der Medizin und Forschung, deren Sinn sowie Alternativen ging es im gestrigen Vortrag der Tierrechtsinitiative Osnabrück, einem studentischen Zusammenschluss an der Universität. Rund 35 Gästen, Studis aber auch Nicht-Studenten, gab Referentin Dr. med. Eva Kristina Bee einen Überblick zu dem doch sehr umfangreichen Thema. Wir haben einiges für euch zusammengefasst.
Tierversuche werden zum Testen von Medikamenten aber auch, und vor allem, für Toxizitätstest bei Putzmitteln im Haushalt und Pflege-/Kosmetikprodukten sowie Grundlagenforschung und Lehre in der Medizin, Tiermedizin und Biologie eingesetzt. Getestet und probiert wird an nahezu jedem Tier, besonders häufig an Ratten, Mäusen, Affen, Hunden und Katzen. Fast 3 Millionen Tiere sterben dafür jährlich in Deutschland. Nur 11% der Tests sind gesetzlich vorgeschrieben. Die übrigen Versuche werden unter dem Grundrecht der Forschungsfreiheit durchgeführt.

Tierversuche in der Pharmazie liefern keine aussagekräftigen Ergebnisse

Als erstes denken die meisten wahrscheinlich an Tests in der Arzneimittelentwicklung und sehen es auch begründet, vor der Erprobung am Menschen  – uns selbst also – diese in Kauf zu nehmen. Doch weit gefehlt.

Die Fachwelt ist sich einig, dass Tierversuche dafür mehr schlecht als recht geeignet sind. Die Erfahrungen zeigen, dass die Ergebnisse an Tieren schon nicht eindeutig und reproduzierbar sind und sich zudem nicht auf Menschen übertragen lassen. Sie stammen aus alter Denkweise und alten Strukturen von Forschern und Laboratorien. Gezeigt hat sich über die vielen Jahre zum einen, dass positiv ausfallende Tests an Tieren noch keine Aussage über die Wirkung am Menschen zulassen und zum anderen, dass es sogar Fälle gibt in denen gute Medikamente für Menschen bei Tieren Schäden oder gar den Tod hervorrufen.

In Frankreich starb jüngst ein Testpatient und fünf weitere wurden geschädigt, als in einem Phase-Eins-Versuch an gesunden Menschen getestet wurde, obwohl die Tierversuche zuvor positiv waren.

Von 250 Präparaten schaffen es 5 in die Testphasen am Menschen. 20-50% der Medikamente werden jedoch nach der Zulassung mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen oder wieder zurückgenommen.

Die gute alte Aspirin hingegen ist ein vielseitiges Medikament, das bei mehreren Krankheitsbildern erfolgreich bei Menschen eingesetzt wird. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sie sogar in die Lister der 300 Medikamente aufgenommen, die sie für unentbehrlich hält. Aber: sie ist giftig für einige Tiere, u.a. Katzen. Wäre Aspirin also zuvor an Tieren getestet worden, gäbe es sie gar nicht. Geschadet hätte es jedoch beiden, vergifteten Tieren und dem Menschen dem ein wichtiges Präparat in der Medizin nicht zur Verfügung stände. Ähnliches gilt für eine ganze weitere Reihe, auch Penicillin ist darunter.

Die Medizinindustrie hat bereits Alternativen für sich entdeckt, die schnelleres Testen, valide Ergebnisse mit Aussagekraft und Reproduzierbarkeit sowie Kostenersparnisse bringen und so stellen immer mehr Pharmaproduzenten um. „Ich bin guter Hoffnung, noch eine komplett tierversuchsfreie Medikamentenentwicklung zu meiner Lebzeit zu sehen.“, zeigte sich die Referentin Dr. med. Eva Kristina Bee optimistisch.
Deutliche Mehrheit der Tierversuche in Grundlagenforschung und Lehre

Doch das Problem der Masse an Tierversuchen liegt woanders. Den Großteil machen die Grundlagenforschung und die Lehre aus.

Und während in Osnabrück kein Tier zur Entwicklung von Medikamenten eingesetzt wird, werden sehr wohl Tierversuche an unserer Universität durchgeführt.  In der Forschungs- und Lehrgebieten der Neurobiologie, Zoologie und Tierphysik werden Tests an Tieren durchgeführt oder sie zu Lehrzwecken direkt getötet und auseinandergeschnitten, seziert und präpariert wie es in der Fachsprache heißt. Hier geht es zwar um Kleintiere, dafür können schon Erstsemester in Übungen Maden betäuben und dann in ihre Einzelteile zerlegen.

Damit ist die Universität jedoch keine Ausnahme. In ganz Deutschland werden zig Tiere zu Forschungszwecken geschunden. Und während die Tierversuche und die Testergebnisse in der Medizin in einem zentralen Register erfasst werden, müssen Forscher noch nicht einmal erklären, ob das Forschungsziel überhaupt erreicht wurde.

Für Versuche an größeren Tieren müssen wir aber auch nur etwas weiter gucken. In Münster testet das Labor eine amerikanischen Konzerns an Affen für die Pharma- und Chemieindustrie. 2003 war dieses bereits in den Schlagzeilen, nachdem ein Tierversuchsgegner fünf Monate Undercover dokumentierte, was dort passierte.
Bessere Alternativen zu Tierversuchen vorhanden

Dabei gäbe es zahlreiche Alternativen. Diese machen Tierversuche nach Ansicht von Dr. med. Bee sogar komplett überflüssig. Stammzellengewinnung aus der Haut und das Züchten von neuronalem Gewebe, stark verbesserte bildgebende Verfahren und Simulationen sowie Dummis, die auch für Ausbildung bei Medizinern und im speziellen Chirurgen besser geeignet sind als Tiere, könnten zumindest den Verbrauch an Tieren reduzieren. Außerdem gibt es Biochips, mit denen sich auch kompliziertere Zusammenhänge abbilden lassen.
Wir können was gegen Tierversuche machen

Doch was können wir gegen Tierversuche unternehmen? Unterschriftenaktionen, Petitionen und Demos sind sicher etwas für die Aktivisten unter uns. Darüber hinaus können Studis die Teilnahme an freiwilligen Übungen und Studienprojekten mit Tieren boykottieren. Und auch als Konsumenten können wir auf den Einkauf tierversuchsfreier Produkte achten. Dazu haben wir euch ein paar nützliche Infos zusammengestellt:

– Das Register von Animals‘ Liberty zeigt auf, welche Hersteller mit Tierversuchen arbeiten oder nicht: www.wermachtwas.info/
Außerdem gibt es eine App für iOS und Android dazu.

– Auch Peta2 hat eine solche Datenbank und kooperiert mit barcoo, einer Barcode-Scanner-App die neben allgemeinen Produktinfos auch Hinweise auf Tierversuche gibt :
https://itunes.apple.com/de/app/barcoo-barcode-scanner-qr/id339525465?mt=8
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.barcoo.android&hl=de

– Invitro+Jobs fördert Forschung ohne Tierversuche. Hier gibt es auch eine Jobbörse zu tierversuchsfreien Praktika, Abschlussarbeiten und Forschungsstellen: http://www.invitrojobs.com/index.php/de/

– Augen auf beim Einkaufen:
Die Endprodukte der Eigenmarken des Drogeriemarkt DM sind z.B. tierversuchsfrei. (Ja neue Produkte enthalten Zusammenstellungen bekannter Inhaltsstoffe die in der Vergangenheit an Tieren getestet worden sein könnten.)
Weitere Infolinks:

https://tierrechteos.wordpress.com

https://www.facebook.com/TierrechtsinitiativeOs/

http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/

http://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/tierversuche.html „